Wir sind Stadt – Taktiken im urbanen Raum

Vorträge, Diskussionen, Interventionen, Workshops, Ausstellung, Stadtwanderung

Im Rahmen der being urban weeks 2014 werden unter dem Titel "Wir sind Stadt - Taktiken im urbanen Raum" Aneignungsstrategien im urbanen Raum und alternative Stadtentwicklungsmodelle - von urbanen gärtnerischen und landwirtschaftlichen Praxen bis zu subversiven Formen der Stadtraumeroberung - vorgestellt, diskutiert und erprobt.

In der gegenwärtigen Debatte um die Stadt als Lebensraum ist die Forderung nach Selbstbestimmung nicht mehr zu überhören. StadtbewohnerInnen verhandeln Ansprüche und Bedürfnisse, setzten sich für ihren urbanen Lebensraum ein und fordern die Stadt als Möglichkeitsraum für alle ihre Protagonisten. Viel spielt sich ab im Spannungsfeld zwischen Allein- und Gemeinwohl, die Rechte und Räume des städtischen Kollektivs stehen zur Diskussion. Neue soziale, kulturelle und politische Praktiken werden erprobt um Aneignung, Teilnahme und Mitgestaltung im Selbstverständnis der Stadt zu verankern. Es wird nach partizipativen Settings gesucht, die unterschiedliche Gruppen in Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse miteinbeziehen, und alternative Herangehensweisen an Architektur und Stadtplanung aufzeigen. Dabei geht es auch um die Entwicklung neuartiger, nachhaltiger Formen des Zusammenlebens, Zusammenarbeitens und Handelns in lokalen Kontexten. Im weitesten Sinne werden sozial und ökologisch widerstandsfähige urbane Räume gesucht.

Internationale ReferentInnen aus verschiedenen europäischen Städten geben Einblick in die vielfältigen und bereits erprobten Methoden der Raumaneignung. Unter Einbeziehung von lokalen Protagonisten wird mittels Diskussion und Aktion vor Ort das Potential der vorgestellten Metoden für Innsbruck erörtert und hinterfragt. Welchen Wirkungsgrad entwickeln temporäre Interventionen? Welche möglichen Verknüpfungen zwischen der Mikro- und der Makroebene - zwischen Top-Down und Bottom-Up Prozessen entstehen? Inwiefern eröffnen sich andere Formen der Einbeziehung von BewohnerInnen neben den bereits etablierten Formen der Partizipation und Bürgerbeteiligung? Welche Chancen haben solche neue Formen sozialer Selbstbestimmung? Wie kann eine städtische Entwicklung initiiert werden, die sich nicht alleine nach Profit, sondern nach realen Bedürfnissen der BewohnerInnen, sozialen, kulturellen und ökologischen Kriterien richtet?

 

Eine Veranstaltungsreihe initiiert von Birgit Brauner und Nicola Weber in Kooperation mit der Bäckerei - Kulturbackstube.

MitarbeiterInnen: Johannes Muensch

Fördergeber: Stadt Innsbruck im Rahmen der Stadt-Potenziale 2013, kulturimpulstirol, Bundeskanzleramt

Kooperationspartner: Die Bäckerei-Kulturbackstube, aut.architektur und tirol, guten TAG Innsbruck, Institut für Gestaltung.Studio2

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Nicola Weber hat in Innsbruck, Wien und den USA Architektur studiert. Lebt und arbeitet in Innsbruck als freie Kulturjournalistin, Lehrbeauftragte der Fakultät für Architektur und an verschiedenen Kulturprojekten.

Birgit Brauner, hat in Innsbruck und London Architektur studiert, arbeitet als Universitätsassistentin an der Fakultät für Architektur der Universität Innsbruck, als freie Mitarbeiterin in verschiedenen Architekturbüros und an Forschungs- und Kulturprojekten.