Hands-On Urbanism

Auf der Suche nach nachhaltigen Lebensstilen hat „grün“ Konjunktur in den aktuellen Auseinandersetzungen mit Stadträumen und Stadtentwicklung. Vom Guerilla Gardening, über selbstorganisierte urbane Nutzgärten wie dem Prinzessinengarten in Berlin, reicht die Palette bis hin zu großräumlichen Stadtentwicklungsprojekten wie das von Kerstin Hartig vorgestellte Modellprojekt "Agropolis München". Dieses schlägt vor „sich agrarische Praktiken als Teil städtischen Selbstverständnisses und als Grundlage urbaner Kultur wiederanzueignen“.
Dabei hat die Landnahme im urbanen Raum eine lange Ideengeschichte, wie Elke Krasny in Ihrem Vortrag zur Ausstellung "Hands-On Urbanism" anhand von Fallbeispielen aus der ganzen Welt zeigt. Neben Siedeln und Nutzgärten, Ökologisierung und dem schonenderen Umgang mit den Ressourcen der Stadt, geht es in all diesen Projekten auch um das selbstorganisierte Erzeugen von anderen Formen der Gemeinschaft, oft über soziale und kulturelle Grenzen hinweg.

Ausstellungseröffnung

"Hands-on Urbansim 1850-2012. Vom Recht auf Grün."
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Vortrag von Elke Krasny zur Ausstellung "Hands-On Urbanism 1850-2012. Vom Recht auf Grün."

Seit der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts bis zur aktuellen Neoliberalisierung zeichnet sich die Entwicklung von Stadt durch eine Abfolge von Krisen aus. Bottom-Up Handlungsmacht in Krisen führt zu Hands-On Urbanism. Die Ausstellung zeigt einen internationalen Überblick über historische und gegenwärtige Formen von Selbsthilfe, Selbstorganisation, Selbstinstitutuierung, Selbstbau und gärtnerischen Praxen. Die Ausstellung wurde 2012 im Architekturzentrum Wien, auf der Architekturbiennale in Venedig sowie bei plan 12. Architektur Biennale Köln gezeigt. mehr zur Ausstellung
 

Hands-On Urbanism Ma Shi Po Village, 2012, Credit: Shu-Mei Huang

Hands-On Urbanism Ma Shi Po Village, 2012, Credit: Shu-Mei Huang

Elke Krasny ist Senior Lecturer an der Akademie der bildenden Künste Wien. 2014 City of Vienna Visiting Professor an der Technischen  Universität Wien, 2013 Gastprofessur an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg,  2012 Visiting Scholar am Canadian Center for Architecture in Montréal, 2011 Visiting Curator  des Hongkong Community Museum Project. Die von ihr kuratierten Ausstellungen und ihre Veröffentlichungen beschäftigen sich mit Urbanismus, Architektur, feministischer Historiographie des Kuratorischen, Epistemologie und Fragen von Verletzlichkeit und Gerechtigkeit sowie kritischen künstlerischen Raumpraxen.

Vortrag von Kerstin Hartig über "AGROPOLIS MÜNCHEN – eine metropolitane Nahrungsstrategie am Beispiel München-Freiham"

Das aus dem interdisziplinären Ideenwettbewerb Open Scale hervorgegangene Projekt Agropolis möchte in München eine metropolitane Nahrungsstrategie anregen, die von der Produktion bis zur Zubereitung sowohl eine zukunftsfähige Nahrungsökonomie artikuliert, als auch räumlich erfahrbar und erkennbar wird. Das Modellprojekt wird in den Prozess der Bebauung des Stadtentwicklungsgebiets Freiham integriert und kann ein Baustein sein, um Landwirtschaft und Ernährung gezielt in urbane Entwicklungen einzubinden.

 © Agropolis München

 © Agropolis München

 © Agropolis München

 © Agropolis München

Kerstin Hartig ist Architektin, Stadtplanerin und Architekturvermittlerin in München. Sie ist Döllgastpreisträgerin, Mitglied der Deutschen Akademie für Stadt- und Landesplanung und der Akademie Ländlicher Raum. Von 2000 – 2010 war sie wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Planen und Bauen im Ländlichen Raum der TU München und hat 2010 das Buch "Landraum – beyond rural design" (Jovis-Verlag) herausgegeben. Seit 2009 ist sie Gründungsmitglied und Hauptverantwortliche des Projekts AGROPOLIS München (zus. m. Prof. Jörg Schröder, landraum München und Florian Otto, bauchplan München/Wien) und seit 2012 Projektleiterin für das EU-Projekt "Rurbance – Neue Governancemodelle für Stadt-Land-Zusammenarbeit" im Rahmen ihrer Tätigkeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Entwerfen und Städtebau an der Leibniz Universität Hannover.

Diskussion

Im Anschluss an die Vorträge werden die Potenziale der gezeigten Ansätze für Innsbruck diskutiert. Es geht um Fragen der Bedeutung von Gartenprojekten für neue Formen des sozialen Miteinanders, Möglichkeiten der Aneignung und Nutzung brach liegender urbaner Räume, mikro-politisches Agieren, das Potenzial lokaler Nachbarschaftsprojekte, urbane Landwirtschaft im Sinne einer nachhaltigeren Stadtentwicklung etc.

 

 

 

MI 07. Mai 19:00
Die Bäckerei - Kulturbackstube

Ausstellungseröffnung "Hands-On Urbanism 1850-2012. Vom Recht auf Grün." Einführung: Birgit Brauner, Nicola Weber

mit Vorträgen von Elke Krasny (Ausstellungskuratorin, Stadtforscherin) und Kerstin Hartig (Architektin, Stadtplanerin)

Diskussion mit Gerhard Fritz (Stadtrat), Andreas Flora (Architekt), Fernando Ruiz Peyré (interkutlrueller Garten), Elke Krasny (Ausstellungskuratorin, Stadtforscherin), Kerstin Hartig (Architektin, Stadtplanerin) u.a. Moderation: Birgit Brauner, Nicola Weber

in Kooperation mit der Bäckerei-Kulturbackstube

links: www.agropolis-muenchen.de, www.diebaeckerei.at